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AW: Chemical Abstracts Service
- Subject: AW: Chemical Abstracts Service
- From: Flambard, Anthony R. flambard@fiz-chemie.de
- Date: Wed, 31 May 2000 13:21:28 +0200
Sehr geehrter Herr Dr. Obst,
für Ihre Anfrage vom 10.05.2000 danke ich Ihnen. Gleichzeitig möchte ich
mich für die (betriebsbedingte) verspätete Rückmeldung bei Ihnen
entschuldigen.
Nicht alle wissenschaftlichen Zeitschriften werden vom "Chemical Abstracts
Service" (CAS) durchgängig für "Chemical Abstracts" bzw. die "CA File"
selektiert, referiert und indiziert. Für die Aufnahme von Dokumenten in
diese Datenbank ist entscheidend, ob das Thema einer Veröffentlichung dem
Bereich "Chemie" zuzuordnen ist oder nicht.
CAS selbst definiert "Chemie" als das Studium von Stoffen (inkl. Atomen,
subatomare Partikel, Molekülen, Elemente, Verbindungen), Mineralien und
Gesteine, Gemische und Multiphasensystemen wie Kunststoffe, Keramiken usw.)
und ihr Vorkommen, Zusammensetzung, Herstellung, Struktur und Eigenschaften,
ihre Reaktionen und Zustandsänderungen und die Gesetze, denen sie gehorchen,
ihren Nachweis und ihre Bestimmung und Apparate, die spezifisch für die
Durchführung solcher Experimente und Bestimmungen notwendig sind.
Natürlich gibt es viele Überlappungen zwischen der Chemie und fast jeder
anderer Naturwissenschaft. Prinzipiell jedoch werden Veröffentlichungen zum
Thema "Physik", "Medizin" oder "Biologie" nicht von CAS ausgewertet. Für
jede der 80 Sektionen von "Chemical Abstracts" oder der "CA File" gibt es
sehr umfangreiche Regelungen, die den Entscheidungsprozess ob ein
spezifischer Artikel "Chemie" darstellt oder nicht unterstützt.
Betrachtet man z. B. die Sektionen 14 ("Mammalian Pathological
Biochemistry") und 15 ("Immunochemistry"), stellt man fest, dass
beispielsweise i. d. R. wissenschaftliche Publikationen über klinische
Medizin oder die klinische Anwendung von Antisera oder nichtdefinierten
immunologischen Preparaten nicht für die "CA-File" indiziert werden.
Dagegen werden Artikel über klinische Chemie oder Berichte über endogene
chemische Substanzen in einem Organismus aufgenommen, wenn diese im
Zusammenhang mit der Krankheitsentstehung oder beobachteten chemischen
Veränderungen in einem Patienten gebracht werden. In ähnlicher Weise werden
Studien über immunochemische Aspekte des Abwehrsystems oder immunochemische
Reaktionen auf z. B. Toxine, Lektine, usw. aufgenommen.
Gegenwärtig werden etwa 10,000 Quellen (Zeitschriften und Berichte,
Dissertationen, Monographien, usw.) sowie Patente von CAS bearbeitet. Viele
von diesen wie z. B. aus den Zeitschriften der American Chemical Society
(ACS) werden komplett aufgenommen. Ich kann Ihnen aber gegenwärtig leider
nicht sagen, welche der übrigen Zeitschriften nun 100% selektiert und
indiziert werden und habe deshalb diesbezüglich CAS kontaktiert. Ich hoffe,
Ihnen in wenigen Tagen näheres sagen zu können.
Ich verbleibe,
mit freundlichen Grüßen
Dr. Anthony R. Flambard
FIZ CHEMIE BERLIN
Leiter, Marketing, Vertrieb & PR
Franklinstraße 11
D-10587 Berlin (Charlottenburg)
Tel.: (+49 30) 399 77 140
Fax: (+49 30) 399 77 132
E-mail: arf@fiz-chemie.de
> -----Ursprüngliche Nachricht-----
> Von: Dr. Oliver Obst [SMTP:obsto@uni-muenster.de]
> Gesendet am: Mittwoch, 10. Mai 2000 18:58
> An: Medibib-l@medweb.uni-muenster.de
> Cc: Seidelh@mail1.uni-muenster.de; hwaldhoff@siil.com;
> thaubenreich@siil.com; arf@fiz-chemie.de
> Betreff: Chemical Abstracts Service
>
> Hallo!
>
> Weiss einer von Ihnen vielleicht ueber die Indexierungspraxis der
> Chemical Abstracts Service Datenbank Bescheid? Insbesondere, ob und
> wenn ja, welche Zeitschriften _nicht_ Cover-to-Cover indexiert
> werden. Der "CAS/STN Marketing Agent" in Germany konnte mir nicht
> weiterhelfen, eine direkte Email an CAS blieb ohne Antwort.
>
> Dankeschoen!
>
>
> Mit freundlichen Gruessen
>
> Dr. Oliver Obst
>
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