Virtuelles und Reales
in der Barockstadt
Vom
22.-24. September 2003 fand in Dresden
die Jahrestagung der AGMB statt. Sie wurde ausgerichtet von der Zweigbibliothek
Medizin der Sächsischen Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek
Dresden und stand unter dem Motto „ Medizinbibliotheken : Wandeln durch
Handeln“. Es konnten 183 TeilnehmerInnen und 18 ausstellende Firmen verzeichnet
werden.
Für
diejenigen Teilnehmer, die sich für den von Peter
Kastanek (Österreichische Zentralbibliothek für Medizin) gehaltenen Workshop „Microsoft Access“ angemeldet hatten, begann
die Tagung bereits am Montag morgen.
Wer von den anderen TeilnehmerInnen ebenfalls schon am Sonntag angereist war, konnte es etwas ruhiger angehen und Dresden als Stadt auf sich wirken lassen. Das weitere Programm bot dann um die Mittagszeit eine Auswahl an bibliothekarisch bzw. medizinisch interessanten Führungen, wahlweise durch das Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt, den Neubau der sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden oder die Produktionsstätte der APOGEPHA Arzneimittel GmbH.
Das Nachmittagsprogramm für den ersten Tag bestand zunächst aus den Sitzungen der drei Arbeitskreise am Tagungsort, dem Medizinisch-Theoretischen Zentrum (MTZ) an der Medizinischen Fakultät der TU.
Im Arbeitskreis der Krankenhausbibliotheken berichtete u.a. Betty Johannsmeyer über die Entwicklung der Bibliothek des Klinikums Berlin-Buch nach der Übernahme durch den HELIOS-Konzern. Nur durch die zeitnahe Realisierung des Konzeptes, die Bibliothek zu einem zentralen Kompetenzzentrum für die gesamte Unternehmensgruppe auszubauen, konnte das Überleben der Zentralbibliothek gesichert werden. Die Bibliotheken in allen anderen HELIOS-Kliniken wurden bundesweit geschlossen. Eine der wichtigsten Voraussetzungen, um die Stellung der Bibliothek innerhalb des Konzerns auch weiterhin zu sichern, ist laut Johannsmeyer die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Gremien, um einen bedarfsgerechten und dienstleistungsorientierten Service zu gewährleisten. Dieser wird explizit zur Unterstützung der Firmenziele erbracht. Auch zielgruppenspezifische Angebote sollen aufgebaut und der Bekanntheitsgrad durch innerbetriebliche Werbung weiter gesteigert werden. Johannsmeyer verfolgt in diesem Sinne vor allem die virtuellen Dienstleistungen und zeichnete für die Zukunft das Bild einer Bibliothek, die nur noch als „Schaltzentrale“ fungiert. Diese Vision stieß naturgemäß nicht bei allen Kolleginnen auf Gegenliebe, beinhaltet sie doch, dass der eigene Arbeitsplatz überflüssig werden könnte. Dennoch verdeutliche Betty Johannsmeyer mit ihren engagiert vorgetragenen Ausführungen, dass der eingeschlagene Weg in ihrem Fall zum Erfolg geführt hat.
Auch
im Arbeitskreis der Pharmabibliotheken zeigten die Referenten verschiedene
Möglichkeiten auf, wie in einem kommerziellen Unternehmen die Aufgabe der produktbezogenen
Wissensvermittlung gezielt wahrgenommen werden kann. Das Firmenintranet ist das
Mittel der Wahl, um die in immer größerem Maße virtuellen Dienste der
Bibliothek zu verbreiten, führte Dr.
Matthias Weingärtner von der ALTANA Pharma AG aus. Ein konkretes Beispiel
für die Einbindung einer elektronischen Dienstleistung in das Intranet gab Ulrike Krause (Schering AG Berlin) in ihrem
Vortrag über TOC-Dienste für elektronische Zeitschriften.
Ausgesprochen
gut besucht war die Sitzung des Arbeitskreises der Medizinbibliotheken an
Hochschulen. Im April diesen Jahres war vom AGMB-Vorstand eine „Task Force“
eingesetzt worden, die sich seitdem mit den gesetzlichen Grundlagen der Finanzierung
von Medizinbibliotheken an Hochschulen und Krankenhäusern beschäftigt. Ziel ist
die Entwicklung eines Arbeits- und Strategiepapiers mit offiziellen Empfehlungen,
die sowohl als Argumentationshilfe für die Leiter der betreffenden Medizinbibliotheken,
als auch als Richtlinie und
Beurteilungshilfe für die Vertreter der jeweiligen geldgebenden Organisation
dienen können. Die bisherige Leiterin der Task Force, Dorothee Boeckh (Bibliothek der Fakultät für Klinische Medizin
Mannheim / Universität Heidelberg) legte in ihrer Präsentation einen
Arbeitsplan und die ersten Ergebnisse vor. Im Vordergrund der bisherigen Arbeit
stand die Frage nach der Herkunft des Budgets für die Bibliotheken und nach
einer gesetzlichen Verankerung ihres Auftrages. Daraus können dann die Folgen
für die Finanzierung und die weitere Entwicklung der Situation der Bibliotheken
abgeleitet werden. Die weitere Arbeit der Task Force wird Dr.
Diana Klein, UB Würzburg, leiten.
Der
zweite Beitrag kam ebenfalls aus Mannheim: Isabella
Friedlein und Dr. Martina Semmler-Schmetz stellten das Projekt „Kommentierte
E-Learning-Datenbank für Mediziner“ (KELDAmed) vor. Unter diesem Namen werden
seit Oktober 2002 frei im Internet zugängliche E-Learning-Angebote für die
ärztliche Aus-, Fort- und Weiterbildung ausgewählt, kommentiert und in der
Datenbank KELDAmed zur Verfügung gestellt. KELDAmed kann frei über das Internet
recherchiert werden.[1]
Petra Müller von der Universitäts- und
Landesbibliothek Bonn berichtete über das „Bonner Zeitschriftenranking“, ein
web-basiertes Verfahren zur Bewertung von Zeitschriften durch ausgewählte
Nutzer. Das Verfahren wurde für die komplette Bonner medizinische Fakultät
eingesetzt. Ziel war die Unterstützung von Entscheidungen zum Bestandsaufbau.
In Zeiten horrender Zeitschriftenpreise und sinkender Bibliotheksetats werden
solche fundierten Entscheidungshilfen immer wichtiger, und so gab es auch im
gut besuchten Vortragssaal keinen Kollegen, für den dieses Projekt nicht interessant
gewesen wäre.
Als
letzter Redner im Arbeitskreis Medizinbibliotheken an Hochschulen beschrieb Dr. Ulf
Paepcke (Charité - Universitätsmedizin
Berlin / Medizinische Bibliothek, Campus Benjamin Franklin) anschaulich
die neue Situation der Berliner medizinischen Hochschulbibliotheken. Die
medizinischen Fakultäten in Berlin wurden in diesem Jahr zu einer gemeinsamen
Fakultät zusammengelegt, die den Namen „Charité – Universitätsmedizin Berlin“
trägt. Die Klinika – und somit auch die Bibliotheken – bleiben aber weiterhin
auf drei Standorte verteilt.
Nach
den Produktpräsentationen der Firmen OVID und Swets Blackwell traf man sich zum
Ausklang des Tages im Restaurant Sophienkeller im Taschenbergpalais wieder. Das
historische Ambiente und Gerichte wie „Mätressenschmaus“ oder „ Drei Dresdner
Depeschen“ konnten wir nach der Führung durch die historischen Altstadt so
richtig genießen – auch wenn manche lange auf ihr Essen warten mussten...
Am Dienstag morgen wurde die Tagung offiziell von Ulrich Korwitz (ZBMed
Köln), dem Vorsitzenden der AGMB, eröffnet. Die vormittäglichen Beiträge nahmen
zunächst den medizinisch-wissenschaftlichen Rahmen unseres Arbeitsfeldes in den
Blick. Nach Grußworten diverser lokaler Funktionsträger erwartete die
Teilnehmer das erste Highlight des Tages, nämlich der Festvortrag von Prof. Dr. Albrecht Scholz
(Direktor des Institutes für Geschichte der Medizin an der Medizinischen
Fakultät der TU Dresden). Hinter dem Vortragstitel „Die Entwicklung der
Naturheilkunde in Dresden“ verbarg sich ein kurzweiliger und ganz bestimmt
nicht alltäglicher Vortrag, bei dem wir alle viel Neues hörten und der noch
dazu ein seltenes visuelles Ereignis darstellte: nicht von Pflanzen und
Kräutern war die Rede, sondern von der traditionellen Bäderkultur der Stadt
Dresden und ihrem Umland. Prof. Scholz bot einen historischen Abriss über die
dort angesiedelten Sanatorien und die angewendeten alternativen
Therapiemethoden. Er veranschaulichte dies durch Bilder und Zitate berühmter
Zeitgenossen, die sich in den Kurorten aufgehalten hatten.
Mit
Prof. Peter Dieter vom Institut für
Physiologische Chemie der Medizinischen Fakultät der TU Dresden ging es dann
zurück in die Zukunft. Er stellte das neue Curriculum „DIPOLÒ“[2]
vor, nach dem an der Dresdner medizinischen Fakultät gelehrt wird. Prof. Dieter
erläuterte die Schwerpunkte des problemorientierten Lernens in Abgrenzung zum
traditionellen Medizinstudium. Er machte deutlich, dass mit den neuen
Lehrformen bei DIPOL auch andere, selbständigere Lernformen bei den Studierenden
verknüpft sind. Aufgrund dieser Entwicklung kommt der Bibliothek eine wichtige,
ja unverzichtbare Rolle zu, so Prof. Dieter. Das freute das bibliothekarische
Publikum - auch wenn der AGMB-Vorsitzende mehrfach nachhaken musste, bis seine
Frage nach einer qualifizierten Rolle des Bibliothekspersonals beim Referenten
ankam.
Mögliche
Auswirkungen der neuen Approbationsordnung für Ärzte auf die universitären
Serviceeinrichtungen erläuterte im Anschluß Prof.
Dr. Reinhard Nippert, kommissarischer Geschäftsführer und Direktor des
Instituts für Ausbildung und Studienangelegenheiten der Medizinischen Fakultät
der Universität Münster. Die Hoffnung auf eine Aufnahme von Lehrveranstaltungen
zum Erwerb von Informationskompetenz ins Curriculum musste er leider enttäuschen.
Im
weiteren Verlauf des Tages konzentrierte man sich auf die elektronischen Serviceleistungen
als Schritte auf dem Weg zur virtuellen Bibliothek.
Bruno Bauer (Österreichische Zentralbibliothek für
Medizin) berichtete detailliert über
Konsortien, Benutzungsstatistiken und Kostenverteilungsschlüssel für
e-books und e-journals an österreichischen Medizinbibliotheken. Damit die
mehrheitlich deutschen TeilnehmerInnen besser folgen konnten, beleuchtete er
zunächst die medizinische Hochschullandschaft Österreichs[3].
Bisher erschöpften sich die Absprachen zwischen den Bibliotheken in sog.
„ad-hoc-Konsortien“. Mit den von Bauer
dargestellten Modellen arbeitet man in Oesterreich auf das Ziel hin, ab 2004
trotz der dann geänderten organisatorischen Rahmenbedinungen eine bessere
Koordination der Lizenzabsprachen festzulegen.
Damit
wurden die ZuhörerInnen thematisch schon auf den Vortrag von Dr. Oliver Obst (Zweigbibliothek Medizin
der ULB Münster) eingestimmt. Dr. Obst berichtete von den bisherigen Erfahrungen
eines Projektes mit dem Georg-Thieme-Verlag[4],
in dessen Rahmen von der Zweigbibliothek Medizin einige e-books von Thieme angeboten
wurden. Da es sich dabei um ein Pilotprojekt handelt, wurde sowohl das Nutzungsverhalten
der Bibliotheksbesucher als auch ihre Bewertung des Angebotes genauestens
untersucht. Mit den Ergebnissen konnte Dr. Obst u.a. die These untermauern,
dass die Medizinstudenten die Bibliothek hauptsächlich zum Ausleihen von
Lehrbüchern aufsuchen, Wissenschaftler dagegen mehr und mehr die Erwartung
einer „Bring-Bibliothek“ haben, die ihnen den kompletten Service von ihrem
Arbeitsplatz aus bietet. Dadurch war von vornherein klar, dass die
verschiedenen Nutzergruppen das e-book-Angebot aus unterschiedlichen
Blickwinkeln heraus beurteilen würden. Auf die Frage nach dem Mehrwert der
elektronischen Buchversion wurden von den Nutzern vor allem der Wegfall der
Mahngebühren, die Links zum Volltext der Referenzen und die Volltextsuche
genannt. „Haben Sie die e-books davon abgehalten, in die Bibliothek zu kommen?“
– Auch diese Frage hatte Dr. Obst in die Umfrage eingebaut und brachte damit
die Skepsis vieler KollegInnen auf den Punkt. Als Ergebnis konnte er hier
allerdings ein mehrheitliches „Nein“ präsentieren. Das ist mit der Tatsache zu
erklären, dass die e-books gern ergänzend zur gedruckten Version mitbenutzt,
nicht aber als Ersatz gesehen werden. Die grundsätzliche Frage ist laut Dr.
Obst, ob die e-books für die Studierenden so wichtig werden, wie es die
e-journals für die Wissenschafter jetzt schon sind. Eine Beantwortung ist zum
jetzigen Zeitpunkt nicht abschließend möglich, da das Projekt noch läuft. Dr.
Obst stellte aber die Vermutung an, dass elektronische Bücher die gedruckte
Version nicht mit solcher Geschwindigkeit ersetzen werden, wie das bei den
Zeitschriften der Fall war.
Abends
wartete das Hauptereignis des gesellschaftlichen Rahmenprogramms,die
Schifffahrt mit einem Raddampfer auf der Elbe, finanziert vom Hauptsponsor der
Tagung: OVID. Die Fahrt konnte trotz des extrem niedrigen Wasserstandes der
Elbe stattfinden. Allerdings hatte starker Regen eingesetzt, so dass sich nur
einige abgehärtete TeilnehmerInnen auf den Außendecks den Fahrtwind um die Nase
wehen ließen.
Am
Mittwoch, dem dritten und letzten Tag, standen interessante Vorträge aus allen
Sparten des medizinischen Bibliothekswesens auf dem Programm.
Gabriele Beger
(Zentral- und Landesbibliothek Berlin), die Vorsitzende der
DBV-Rechtskommission, beleuchtete im Ihrem Beitrag „Neue Entwicklungen im
Urheberrecht“ im Besonderen die Auswirkungen der Urheberrechtsnovelle auf die
Dokumentlieferung in elektronischer Form sowie Netzwiedergaben und
Vervielfältigungen. An den anschließenden Fragen aus dem Publikum konnte man
sehen, wie groß das Interesse an dieser Materie ist. Deutlich wurde aber auch,
wie wichtig bedarfsgerechte Schulungen für die BibliothekarInnen vor Ort wären,
um die für Laien etwas abstrakte Gesetzesmaterie korrekt in die Praxis
übertragen zu können.
Sehr gut gelang es in bewährter Manier Dr. Gerd Antes vom Institut für Medizinische Biometrie und Medizinische Informatik der Universität Freiburg, einen täglich gebrauchten Begriff wie „evidence based medicine“ inhaltlich zu unterfüttern und in einen Zusammenhang zu stellen. Dr. Antes erklärte, warum die systematic reviews für Mediziner immer wichtiger werden: Sie liefern inmitten der Informationsflut in übersichtlicher Form ein Gesamtbild zum neuesten Forschungsstand des betreffenden Gebietes. Durch die Arbeit der Cochrane Collaboration[5] ist die Zugänglichkeit solcher Übersichtsarbeiten auf elektronischen Wege über die Cochrane Library gewährleistet. Wie Dr. Antes ausführte, gibt es in den meisten Ländern eine Landeslizenz, so dass die Volltexte flächendeckend frei zugänglich sind – nicht so in Deutschland. Er beklagte auch, dass der Wissenstransfer zwischen der Evidenzproduktion durch Studien einerseits und der Evidenznutzung durch die Kliniker andererseits gerade in Deutschland sehr zu wünschen übrig lasse. Dadurch sei auch keine schnelle Umsetzung von Forschungsergebnissen in der Praxis möglich, was einen bei einer Halbwertszeit medizinischen Wissens von nur vier Jahren bedenklich stimmen müsse.
Um eine andere Form des Umgangs mit der Informationsflut ging es beim Vortrag von Dr. Silke Schneider (ZBMed Köln), die die virtuelle Fachbibliothek Medizin „MedPilot“[6] vorstellte. Seit Februar diesen Jahres können durch die Metasuchmaschine über 40 medizinische Datenbanken und Kataloge gleichzeitig durchsucht werden. In einer Umfrage wurden zunächst die Wünsche und Vorstellungen der Zielgruppe ermittelt, bevor diese maßgeblich in das Konzept einflossen: MedPilot bietet die einfache Suche nach dem „Google“-Prinzip, der Suchvorgang ist auch ohne aktive Datenbankauswahl möglich. „In erster Linie sind die Benutzer daran interessiert, Informationen zu bekommen; woher diese entnommen werden, ist meist erst bei der Ergebnisanzeige interessant“, fasste Dr. Schneider die Ergebnisse der Umfrage zusammen. Um von der Ergebnisanzeige zu entsprechenden Literatur zu kommen, verlinkt MedPilot je nach Bestand auf den OPAC der ZBMed oder auf die EZB. Der Benutzer kann entweder gegen Rechnung eine Bestellung bei der ZBMed aufgeben oder bei kostenpflichtigen e-journals den Volltext im pay-per-view-Verfahren abrufen. Ein weiteres Ziel ist die Einbindung „lokaler Sichten“, so dass der Benutzer auch auf die Bestände seiner Bibliothek verwiesen wird. Dieses Vorhaben wurde von den anwesenden KollegInnen begrüßt, denn nur auf diese Weise kann auch das Dienstleistungsangebot aller anderen Medizinbibliotheken bei den Nutzern ins Bewußtsein gerückt werden.
Ihre
Erfahrungen mit einer Suchmaschine der besonderen Art präsentierte Helga
Walter, Bayer AG Wuppertal. Um die Suche nach „nicht strukturierten“, d.h.
nicht erschlossenen Informationen im Internet effektiver zu gestalten, hat die
Informationsabteilung der Bayer AG mit einer Tübinger Firma zusammen die
intelligente Suchmaschine „InsumaScout“ entwickelt. Insuma ist eine lernfähige
Suchmaschine: das heißt, dass die Filter, über die die Selektion der Suchergebnisse
läuft, nach jedem Suchvorgang verfeinert werden können. Als Filter fungiert
eine von Wissenschaftlern erstellte Schlagwortliste mit dazugehöriger
Gewichtung. Das Fazit von Walter fiel positiv aus, wenngleich sie auch deutlich
machte, dass keine Suchmaschine die gesamte intellektuelle Arbeit des Nutzers
ersetzen kann.
Eine
solche Tagung hat ja unter anderem den Effekt, dass der Blick über den eigenen
Arbeitsplatz hinaus gelenkt wird. Dazu trugen nicht zuletzt auch die drei
Vorträge der Kolleginnen aus Prag, Posen und Budapest zur Situation der
medizinischen Bibliotheken in ihren Ländern bei. Die Pausen zwischen den
Vorträgen und die geselligen Abende boten zudem die Chance sowohl für Neulinge
als auch für die alten Hasen, sich untereinander auszutauschen. Anregungen für
die Arbeit in der heimatlichen Bibliothek gab es genügend...
Im
Rahmen der Jahrestagung fand traditionsgemäß die AGMB-Mitgliederversamlung mit
der Wahl des Vorstandes statt.
Nur
zwei Mitglieder des alten Vorstandes finden sich auch im neuen wieder. Der neue
Vorstand setzt sich zusammen wie folgt:
Dipl.-Bibl.
Dorothee Boeckh, Mannheim (Vorsitzende)
Ingeborg
Rosenfeld, Bad Schussenried (1. Stellvertreterin)
Dr.
Robert Eschenbach, Aachen (2. Stellvertreter)
Dr.
Annemarie Felsch-Klotz, Hannover (Schriftführerin)
Dr.
Thies-Peter Engelhardt, Wuppertal (Schatzmeister)
In
ihren Schlußworten dankten der alte und die neue Vorsitzende den Dresdner KollegInnen
für die umsichtige Organisation und den ReferentInnen für die interessanten
Beiträge, die eine solche Tagung zu einem unverwechselbaren Erlebnis machen.
Die
Abstracts und Präsentationen der Vorträge stehen über die AGMB-Website (www.agmb.de) zur Verfügung.
Die nächste Jahrestagung der AGMB wird vom 27.-29.9.2004 in Mannheim stattfinden.
Heike Wienholz,
Bibliothek der Fakultät für
Klinische Medizin Mannheim
[1] URL: http://keldamed.uni-hd.de
[2] DIPOL = Dresdner Integratives Problem / Patient / Praxis-orientiertes Lernen. DIPOL ist ein Hybridcurriculum, das in Zusammenarbeit mit der Harvard Medical School (Boston) implementiert wurde.
[3] es gibt drei medizinische Fakultäten in Wien, Graz und Innsbruck
[4] vgl. Obst, Oliver: Elektronische Bücher in der Bibliothek – Beginn einer Revolution? In: medizin-bibliothek-information 3, 2003, H. 3, S. 21-25
[5] weltweites Netzwerk von Wissenschaftlern und Mitarbeitern in der Gesundheitsversorgung; erstellt und aktualisiert systematic reviews. Das deutsche Cochrane Zentrum befindet sich an der Universität Freiburg.
[6] URL: www.medpilot.de