Die Situation der tschechischen medizinischen Bibliotheken vor dem EU-Beitritt

 

Helena Bouzková (Prag)

 

 

Der Artikel beschreibt in aller Kürze die Gesundheitswesen, die Organisation des Netzes der medizinischen Bibliotheken und die Arten der Informationsdienste in den medizinischen Bibliotheken in der Tschechischen Republik. Die Bildung der Benutzer und Bibliothekaren und die Zusammenarbeit der medizinischen Bibliotheken ist auch beschrieben.

 

The national network of medical libraries providing access to information services in the Czech Republic is shortly described. The core of the information services provided by most medical libraries covers circulation, interlibrary loans, document delivery, information retrieval from medical databases and electronic fulltexts and training of end-users and librarians. 

 

 

Die Gesundheitswesen in der Tschechischen Republik

 

Die Tschechische Republik gehört zu den kleineren europäischen Staaten mit 10,3 Mio. Einwohnern und einer Bevölkerungsdichte von 131 Einwohnern/km2.

Charakterisieren wir das Gesundheitswesen in der Tschechischen Republik mit den Angaben über die Gesamtausgaben, die im Jahre 2001

129 626 Mio. Kč betrugen (d.h. 4.534 Mio. Euro), d.h. 7,49% des Bruttoinlandsproduktes, ferner mit der Anzahl von 26.270 registrierten medizinischen Einrichtungen (staatliche Einrichtungen Ressort Gesundheitswesen und weitere Ressorts, nichtstaatliche Einrichtungen – vom Bezirk, der Stadt bzw. Gemeinde verwaltet sowie private medizinische Einrichtungen), in denen im Jahre 2002 39.784 Ärzte und 111.654 Mitarbeiter des mittleren medizinischen Personals beschäftigt waren.

Die Ausgaben für die medizinische Betreuung werden aus öffentlichen Quellen getragen, die sich aus dem Staatshaushalt sowie den territorialen Haushalten, den von den Krankenversicherungen eingenommenen Versicherungsbeiträgen und privaten Mitteln Einzelner zusammensetzen.

 

Das Netz der medizinischen Bibliotheken

 

Das Netz der medizinischen Bibliotheken, die die öffentlichen Informationsdienstleistungen im Gesundheitswesen gewährleisten, wurde im Jahre 1994 gegründet und transformierte sich aus dem ehemaligen Zweigsystem der wissenschaftlichen, technischen und ökonomischen Informationen.

Die Bibliotheken sind entsprechend dem Bibliothekengesetz Nr. 257/2001 Sammlung über Bibliotheken und Betreibungsbedingungen für die öffentlichen Bibliotheken- und Informationsdienste als Allgemein- und Spezialbibliotheken registriert.

In 14 Bezirken der Tschechischen Republik existieren ungefähr 170 typenmäßig verschiedene Informations- und Bibliothekenarbeitsstätten im Fachbereich Medizin, die Bestandteil der unterschiedlichsten medizinischen Einrichtungen sind, die in den Ressort Gesundheitswesen, Schulwesen, Inneres etc. gehören. Das sind zum Beispiel:

 

         Fakultätskrankenhäuser

         medizinische Fakultäten

         Krankenhäuser mit Polikliniken

         Wissenschaftliche und Forschungsarbeitsstätten

         Hygienestationen

         Bildungsinstitutionen

         Rehabilitationseinrichtungen

         Heilbäder.

 

Die Informationsdienste der medizinischen Bibliotheken

Die Arten der Informationsdienste der Bibliotheken hängen vom Typ der medizinischen Einrichtung ab, in dem die Bibliothek angelegt wurde.

In den letzten 10 Jahren kam es dank der Subventionen des Ministeriums für Gesundheitswesen und des Ministeriums für Schulwesen der Tschechischen Republik zu einer bedeutsamen Entwicklung der Informations- und Bibliothekendienste in der Tschechischen Republik. Ganz wesentlich unterstützt (Kommunikations- und Informationstechnik, Informationsquellen, in- und ausländische Informations- und Bibliothekensysteme) wurden die Regionalzentren sowie ausgewählte Bibliotheken direkt geleiteter medizinischer Organisationen, einschließlich der Nationalen medizinischen Bibliothek  in Prag.

Im Jahre 2002  enthielten die Informationsfonds insgesamt 2 Millionen 900 Tausend Bucheinheiten, mit Bezug (Abo) von 3.392 ausländischen und 15.127 inländischen (tschechischen) Periodika. Aus diesen Fonds wurden im Jahre 2002 1 Mio. 203 Tausend Ausleihen (Absenz- und Präsenzausleihen)  gewährt, 23 Tausend Rechercheforderungen und 3 Millionen 475 Tausend Kopien bearbeitet. Die Ausgaben für die Bibliotheken- und Informationsfonds betrugen im Jahr 2002 insgesamt 85 Mio. Kč (2,65 Mio. Euro).  Im Netz der medizinischen Bibliotheken arbeiteten 377 Bibliothekare und Informationsmitarbeiter und es wurden 97 Tausend Benutzer (Leser) registriert.

Die Leser haben verschiedene zugängliche Informationsquellen zur Verfügung.

Dass heißt:

Primäre IQ  - die tschechischen und ausländischen Zeitschriften und Bücher, einschließlich elektronischer Versionen durch  Konsortialzugriffe online.

Die Sekundäre IQ sind die Kataloge medizinischer Bibliotheken (gedruckte sowie elektronische).

Die hauptsächlich gewährten Dienstleistungen für die Wissenschaft, Forschung, Bildung sowie die Gesundheitspflege für die sachkundige und allgemeine Öffentlichkeit sind die Ausleihdienstleistungen sowie die zwischen den Bibliotheken und international  stattfindenden Ausleihen, Recherchedienstleistungen aus Datenbanken:

-         Bibliographia Medica Čechoslovaca (CD ROM, online NMB Web),

-         Medline - OVID + Silver Platter,

-         EMBASE – OVID + Silver Platter,

-         Evidence Based Medicine Reviews - OVID

-         HealthStar,

-         Web of  Knowledge,

-         OECD Health Data,

-         Micromedex,

-         CINAHL - OVID,

-         Biological Abstracts usw.)

 

und Vollltexten:

-         EIFL Direct (550 Titel der Zeitschriften),

-         Science Direct (260 Titel),

-         Springer Link (180 Titel),

-         ProQuest 5000 (300 Titel),

-         Ideal Online Library (83 Titel),

-         Wiley Inter Science (51 Titel),

-         OVID (15 Titel).

 

Nach der Statistik eigentlichen Bibliotheken sind meistens Science Direct und ProQuest gebraucht. Das Sharing von Informationsquellen und Dienstleistungen (zum Beispiel die Bildung von Konsortien für den Zugriff auf elektronische Informationsquellen)  knüpft an die Erfahrungen vergangener Jahre, dank der modernen Technologien wird es immer aktueller. Zum Teil wird es auch dank der Einhaltung der Standards in den medizinischen Bibliotheken ermöglicht (Anglo-amerikanische Katatalogisierungsregeln AACR2, Format UNIMARC, neu eingeführter MARC 21 etc., Protokoll Z39.50).

Die Nationale medizinische Bibliothek stellt fachbezogene Sammelkataloge zusammen, die die nationale medizinische Bibliographie  Bibliographia Medica Čechoslovaca registrieren, die tschechische Version des amerikanischen Thesaurus MeSH gestaltet..

Die Bestrebung von der Integration verschiedener Bibliothekssysteme war das Ziel 

des Projektes Projekt LI 200023 des  Ministeriums für Schulwesen der Tschechischen Republik „MEDVIK- Medizinische virtuelle Bibliotek – Netzteilung der Informationsquellen für Forschung und Entwickl ung“ für Jahre  2000 -2003.

Das Ziel ist das Integriertes Bibliothekeninformationssystem, das auf der Grundlage der Internettechnologie arbeitet als Instrument für die Teilung von Informationsquellen und für die Verbesserung der Qualität der gewährten Informations- und Bibliothekendienstleistungen zu Entwickeln. Dieses Projekt ist von Ministerium für Schulwesen der Tschechischen Republik und Ministerium für Gesundheitswesen der Tschechischen Republik finanziert.

Die Löser sind : Nationale medizinische Bibliothek, Institut für postgraduale Bildung im Gesundheitswesen, Institut der klinischen und experimentellen Medizin, Institut für Hämatologie und Bluttransfusion.

In dieser Zeit bereiten alle Fachbibliotheken in unserer Republik neue fünfjahrprojekte in dem Wettbewerb des Ministerium für Schulwesen im Gebiet der Entwicklung und der Forschung. Der Zweg ist siecherung der Finanzierung der Projekte, die der Zugang der Benutzer zu den elektronischen Zeitschriften und Databanken und die Evaluation der Nutzung der Informationsquellen enthalten.

 

 

Die Bildung

 

Die neuen Geschichtspunkten  der Bibliotheksarbeit benötigen auch neue Zugänge der Bibliothekare  und der Benutzer.

Das Ziel Des Projekt „Neue Zugriffe auf die kontinuierliche Bildung der medizinischen Bibliothekare und Nutzer in der Tschechischen Republik (ab 2001) ist die

Fertigkeiten in der Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologien zu erwerben.

Die einzelnen Themen sind:

ELC     Elektronische Kommunikation

IDT     – Instrumente für das Aufsuchen im Internet

IPD     – Datenpräsentation

WEB     – Gestaltung von Webseiten

BMC     Biomedizinische Kommunikation

EWR     – Bewertung der Webquellen

GRW     – Schreiben von Projekten

EMB     – Erfassung gegründet Medizin

Wir haben drei Niveau . Es sind: grund, mittleres und fortgeschrittenes Niveau. Die Lehrgänge finden in dem Institut für postgraduale Bildung im Gesundheitswesen statt und sind nich nur bei Bibliothekaren, aber auch bei Ärtzten und Mittelarbeiter besucht.

 

 

Die Zusammenarbeit

 

Die medizinischen Bibliotheken in der Tschechischen Republik arbeiten zusammen und beteiligen sich auch an der Zusammenarbeit mit weiteren Bibliotheken in der Tschechischen Republik (Nationalbibliothek, Staatliche technische Bibliothek etc.). Die Bibliothekare und Bibliotheken sind Mitglieder in Fachgesellschaften und Verbänden (Tschechische Gesellschaft der medizinischen Informatik und wissenschaftlichen Informationen der Tschechischen Ärztegesellschaft J.E. Purkyně, Bibliothekenvereinigung, Verband der Bibliothekare und Informationsmitarbeiter, Tschechische Informationsgesellschaft u.a.).

         Ebenso bringt die Partnerschaft mit der Europäischen Assoziation für medizinische Informationen und Bibliothekswesen (EAHIL) seit dem Jahre 1992 internationale Erfahrungen im Bereich der Gewährung von medizinischen Informationen.

Die medizinischen Bibliothekare der Tschechischen Republik nutzen die Möglichkeiten fachlicher Konsultationen mit einzelnen europäischen Kollegen, einschließlich der deutschen, für ihre Arbeit. Die zukünftige Mitgliedschaft der Tschechischen Republik in der Europäischen Union setzt voraus, dass das derzeitige Informationsquellennetz für  Wissenschaft und Forschung in der Medizin in der Tschechischen Republik an die analogen europäischen Systeme angeschlossen wird und die Unterstützung und Erweiterung des Informationsquellensharings zur Verbesserung der Qualität der gewährten Heilfürsorge ermöglicht.

Literatur:

BOUZKOVÁ, H.; LESENKOVÁ, E.; JAROLÍMKOVÁ, A. Project of Medical Virtual Library (MEDVIK) in the Czech Republic. Předneseno na 8th European Conference of Medical and Health Libraries. Thinking globally - Acting locally. Cologne, September 16-21, 2002.

National Medical Library: Medical Information Centre. Prague : NML, 2001. 32 p. ISBN 80-238-8055-1.

Medical Libraries in the Czech Republic. Prague: Department of Science and Education of the Ministry of Health of the Czech Republic, 1999. 7 p. ISBN 80-85047-12- 8.

Kontakt:

PhDr. Helena Bouzková

Sokolská 54

121 32 Prag 2

Tschechische Republik

Tel.: +420296335943

E-Mail: bouzkova@nlk.cz

URL : http//www.nlk.cz